Table of Contents
Toggle
Kennst du dieses Gefühl, morgens aufzuwachen und bevor du den ersten Kaffee getrunken hast, schon zehn Nachrichten auf dem Handy zu haben?
WhatsApp. Telegram. E-Mails. LinkedIn. Facebook. Instagram. Alle wollen etwas. Alle senden. Alle rufen. Und du? Du stehst mittendrin und fragst dich: Wann höre ich auf zu reagieren – und fange ich endlich an zu leben?
Ich kenne das. Nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus meinem Alltag als Coach, Trainer und Unternehmer. Ich handle täglich. Ich kommuniziere täglich. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – fehlt mir manchmal die Kraft.
Übergewicht durch Information. Wir leben in einer Zeit, in der wir mehr Nachrichten empfangen als je eine Generation vor uns. Studien sprechen von 10.000 bis 34.000 Marketingbotschaften täglich – je nach Nutzungsverhalten. Hinzu kommen die privaten Nachrichten, die beruflichen Mails, die Gruppen-Chats in denen du nie wirklich Mitglied sein wolltest.
Das Tückische daran: Viele dieser Nachrichten wollen uns zu Handlungen bewegen. Kauf das. Reagiere jetzt. Melde dich hier an. Teile das weiter. Und wenn du nicht reagierst? Dann meldet sich das schlechte Gewissen. Als hättest du versagt.
Hast du aber nicht.
Du bist einfach ein Mensch mit begrenzter Energie und einem Tag mit 24 Stunden.
„Wenn der Dauerstress zur Gewohnheit wird“ oder „auf dem besten Weg zum Burnout“ Unter „15 Schritte zum Burnout“ erfährst du mehr.
Jede Nachricht ist ein kleiner Stressor. Dein Nervensystem springt an. Kortisol wird ausgeschüttet. Dein Gehirn bewertet: Bedrohung oder nicht? Wichtig oder unwichtig?
Das klingt harmlos. Bei einer Nachricht. Aber bei zehn? Zwanzig? Hundert am Tag?
Dann befindet sich dein Nervensystem in einem Dauerzustand der Alarmbereitschaft. Du wirst nicht körperlich erschöpft – du wirst mental ausgelaugt. Und das ist kein Zeichen von Schwäche. Das ist Biologie.
„Dauerstress trifft uns nicht nur mental – er wirkt direkt auf unsere Körperzellen“
👉 „Gesundheit einfach erklärt – Mikrozirkulation“
Ich habe 27 Jahre in der IT gearbeitet. Ich kenne diesen Zustand. Ich kenne die Meetings, die Mails, die Eskalationen. Ich kenne das Gefühl, abends nach Hause zu kommen und innerlich noch im Büro zu sitzen.
Heute weiß ich: Es geht auch anders.
Nicht jede Nachricht ist gleich. Manche öffnen Türen. Manche informieren. Manche verbinden. Und manche – ehrlich gesagt – sind schlicht Lärm.
Ich stelle mir bei jeder Nachricht drei Fragen:
Erstens: Verändert diese Information meinen nächsten Schritt? Wenn ja, lese ich sie aufmerksam. Wenn nicht, scrolle ich weiter.
Zweitens: Verlangt diese Nachricht eine Handlung, die ich wirklich tun will – oder eine, die jemand anderes von mir will? Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Drittens: Was passiert, wenn ich nicht reagiere? In 90 % der Fälle: gar nichts. Das war eine Erkenntnis, die mich befreit hat.
„Stärke entsteht nicht aus körperlicher Kraft, sondern aus unbeugsamen Willen.“ — Mahatma Gandhi
Ich handle. Das ist Teil meiner DNA. Dranbleiben, wenn andere aufgeben. Aufstehen, wenn ich auf die Schnauze gefallen bin. Weitermachen, wenn der Weg steinig wird.
Aber Gandhi hat recht: Es geht nicht darum, auf alles zu reagieren. Es geht darum, das Richtige zu wollen – und den Willen zu haben, sich auf genau das zu konzentrieren.
Die Flut an Nachrichten macht uns schwach – nicht weil sie zu stark ist, sondern weil wir glauben, wir müssten jede einzelne bezwingen. Das ist der Fehler. Stärke zeigt sich nicht darin, alles zu beantworten. Stärke zeigt sich darin, das Wesentliche zu erkennen.
Loslassen heißt nicht aufgeben. Das möchte ich klar sagen.
Loslassen bedeutet: Du triffst eine bewusste Entscheidung, bestimmten Nachrichten keine Energie zu schenken – weil du deine Energie für das brauchst, was wirklich zählt.
Konkret: Ich habe Telegram-Gruppen verlassen. Nicht weil die Menschen dort schlecht sind. Sondern weil der tägliche Lärm meine Fokuszeit fraß. Ich habe mein Postfach in Prioritäten eingeteilt. Ich beantworte E-Mails in Blöcken – nicht sofort, nicht ständig.
Das fühlt sich am Anfang seltsam an. Als würde man etwas verpassen. Als wäre man unhöflich. Als würde die Welt untergehen, wenn man nicht sofort antwortet.
Spoiler: Die Welt geht nicht unter.
Und das Beste: Du kommst zu dir selbst. Zu deinen eigenen Gedanken. Zu deiner eigenen Agenda.
„Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ — Antoine de Saint-Exupéry
Dieser Satz hat mich erwischt. Er trifft genau das, worum es geht.
Wenn wir uns von der Nachrichtenflut treiben lassen, reagieren wir. Wir sind Getriebene. Aber wenn wir entscheiden, was in unsere Aufmerksamkeit kommt, gestalten wir. Wir werden zu Machern.
98 % der Menschen lassen sich treiben. Die anderen 2 % entscheiden selbst, wohin sie steuern.
Zu welcher Gruppe willst du gehören?
Ich habe für mich ein einfaches System entwickelt, das ich dir nicht als Konzept, sondern als gelebte Praxis mitgebe:
Stufe 1 – Aussortieren: Jede neue Quelle (Newsletter, Gruppe, Kontakt) bekommt von mir eine Probezeit von 30 Tagen. Bringt sie mir in dieser Zeit keinen konkreten Nutzen, fliegt sie raus. Kein Zögern, kein schlechtes Gewissen.
Stufe 2 – Zeitfenster setzen: Ich checke Nachrichten zu festen Zeiten. Morgens, mittags, abends. Nicht ständig. Das klingt simpel. Es verändert alles.
Stufe 3 – Die Kraft-Frage: Bei jeder Handlung, die eine Nachricht von mir verlangt, frage ich mich: Gibt mir das Energie oder nimmt es mir welche? Alles, was Energie nimmt ohne Gegenwert, bekommt mein klares Nein.
Und mein Extra Tipp: Suche dir Ruhepunkte im Alltag, sie sind keine Schwäche, sie sind Pflicht. 👉 „Nimm dir Zeit“
Hier ist meine konkrete Einladung an dich:
Schreib heute eine Liste. Keine komplizierte. Nur zwei Spalten. Links: Nachrichten, die dir Energie geben. Rechts: Nachrichten, die sie nehmen.
Und dann? Handle. Denn Erkenntnis ohne Handlung ist bloße Information.
Trage dich aus mindestens einem Newsletter aus, der dir in den letzten drei Monaten keinen Nutzen gebracht hat. Verlasse mindestens eine Gruppe, in der der Lärm lauter ist als der Wert. Setze heute eine Zeit fest, in der du Nachrichten liest – und eine Zeit, in der du es nicht tust.
Das ist kein radikaler Rückzug von der Welt. Das ist ein bewusster Schritt in dein eigenes Leben.
Manchmal reicht eine einzige Übung, um den Kopf frei zu bekommen.
👉 „Die 10-Sekunden-Meditation“
Ich bin Frank Ohlsen, Coach und Entspannungstrainer aus Norddeutschland.
Wenn du mehr über einen fokussierten, energievollen Alltag erfahren möchtest – ich bin für dich da.
frank@frankohlsen.de | frankohlsen.de | blog.finde-dich-selbst.net